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Eine schwere Krankheit kann jeden aus der Bahn werfen. Die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) unterstützt das Klinikum Bad Bramstedt, wenn Mitarbeiter längere Zeit ausfallen. Drei Geschichten zeigen, wie der Weg aus der Krise gelingt.

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Was ist BEM?
Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) verfolgt gemäß § 167 Abs. 2 SGB IX das Ziel, Mitarbeiter, die innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig waren, wieder nachhaltig in die Arbeitsorganisation zu integrieren. Im Rahmen des BEM geht es darum, mit dem Mitarbeiter und weiteren Beteiligten gemeinsam Wege zu finden, die Arbeitsunfähigkeit des Mitarbeiters zu überwinden, einer erneuten Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen und den Arbeitsplatz auf Dauer zu erhalten. Die Verantwortung für die Durchführung liegt beim Arbeitgeber.

Was sind die Herausforderungen im BEM?
Die Anforderungen an die Akteure im BEM sind hoch. Die Umsetzung stellt hohe Ansprüche in Bezug auf Rechtssicherheit und Datenschutz. Gleichzeitig setzen nachhaltige Lösungen fachliche Kompetenz, kommunikatives Geschick, ein aktives Netzwerk mit Kostenträgern und vor allem viel Vertrauen voraus.

Warum BEM mit der FAW?
Die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH ist als Bildungs- und Personaldienstleister in den Bereichen Gesundheit, Prävention und Rehabilitation spezialisiert auf die ordnungsgemäße Durchführung des BEM. Dazu gehören insbesondere die Beratung und Begleitung bei der Implementierung eines rechtssicheren und nachhaltigen BEM-Prozesses im Unternehmen, die Beratung und Begleitung bei der laufenden Umsetzung des BEM als auch die Umsetzung des Fallmanagements als externer Dienstleister.




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Anne Beretta liebte den Sport. Doch als Gymnastiklehrerin wurde die körperliche Belastung irgendwann zu groß. Der zuständige FAW-Berater half ihr, einen Ausweg zu finden.

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Sport war ihr Leben: Anne Beretta hat schon als Kind geturnt, Ballett getanzt und ist leidenschaftlich gerne geschwommen. Seit 1978 arbeitet sie im Gymnastik-Team des Klinikums Bad Bramstedt.

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Mit den Jahren wurde ihr Job zur Belastungsprobe: Zur Wassergymnastik kam irgendwann das Nordic Walking hinzu. Anne Berettas Arbeitstage verdichteten sich immer mehr, die Pausen wurden weniger. Darauf reagierte ihr Körper.

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Es folgten zwei Jahre, in denen ihr verschiedene Ärzte sagten, dass die Ursache ihres Leidens der Rücken sei. Die Patientin ging in die Reha. Zuerst fühlte sie sich besser. Doch dann waren die Schmerzen wieder da.

Später stellte sich heraus: Anne Beretta braucht ein neues Hüftgelenk.

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Da sie bei der Arbeit mehr als sechs Wochen fehlte,  bekam Anne Beretta einen Brief von der Verantwortlichen für das BEM des Klinikums. Sie ließ sich gerne beraten. „Ich wusste nicht mehr, was ich machen sollte. Immer krank nützt ja auch nichts.“

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Mika Fischer, Projektleiter Betriebliches Eingliederungsmanagement bei der FAW in Hamburg

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Am Ende hat Anne Beretta mit Hilfe des BEM eine Lösung gefunden: Sie konnte ihre Stelle behalten, aber die Anzahl der Stunden wurde reduziert. Zudem erhielt sie eine Teilerwerbsminderungsrente und ihre Arbeitsaufgaben wurden angepasst.

Neben der FAW waren auch der Betriebsrat, die Abteilungsleitung und die BEM-Verantwortliche des Klinikums bei den Gesprächen mit Anne Beretta dabei.

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Mit ihrer neuen Arbeitssituation ist Anne Beretta zufrieden. Dank der FAW, dem BEM-Team und ihrem eigenen Willen konnte sie ein Stück Lebensfreude zurückgewinnen: „Jetzt habe ich keine Zukunftsangst mehr."

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Für ihre Analysen im Labor braucht Birgit Godbersen-Maack volle Konzentration. Doch seit Jahren quälen sie dabei starke Rückenschmerzen. Jetzt fand sie zusammen mit den Experten für Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) der FAW eine Lösung.

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Spezialisiert auf Rheumatologie, sucht Birgit Godbersen-Maack seit 1983 im Blut der Patienten nach Hinweisen auf die Krankheit. "Man muss sehr viele Puzzleteile zusammensetzen, um eine Diagnose zu finden."

Sie mochte die Arbeit vom ersten Tag an: "Es ist viel Handarbeit gefragt“, sagt sie. Wenige Maschinen, viel Feinmotorik – aber auch viel Sitzen.

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Es ist eine sehr konzentrierte Arbeit – mehrere Untersuchungen laufen gleichzeitig. Die Tests dauern bis zu zwei oder drei Stunden und Frau Godbersen-Maack muss ihre Zeit gut einteilen. Den Zeitdruck mit der Uhr und Terminen hat sie seit 30 Jahren, sie kennt es nicht anders.

„Ich bin es gewohnt, strategisch zu arbeiten. So bin ich auch meine Erkrankung angegangen."

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Da sie häufig fehlte, bekam Birgit Godbersen-Maack Post von der Verantwortlichen für BEM. Ihre erste Reaktion: "Jetzt wollen die an meinen Arbeitsplatz", erinnert sie sich.

Die zuständige Mitarbeiterin des BEM-Teams konnte sie dann aber vom Gegenteil überzeugen. Im persönlichen Gespräch schöpfte Frau Godbersen-Maack Vertrauen und ließ sich den genauen Ablauf erklären.

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Dörte Saggau, zuständig für das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) im Klinikum Bad Bramstedt

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Frau Godbersen-Maack hat das BEM angenommen. Als erste Maßnahme bekam sie einen elektronisch höhenverstellbaren Tisch, der sich genau auf ihre Bedürfnisse anpassen lässt.

Zudem gibt es jetzt zwei Schwingstühle im Labor. Auch wenn einige Kollegen das anfangs für keine gute Idee hielten.

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Die Stühle waren für alle im Büro ein Gewöhnungsprozess: "Um Gottes Willen, das geht gar nicht", tönte es meistens, wenn sich jemand zum ersten Mal drauf gesetzt hatte.

Doch Birgit Godbersen-Maacks Schmerzen haben inzwischen spürbar abgenommen. Die Schwingstühle halten mit einer großen Feder ihre Wirbelsäule konstant in Bewegung und bewahren sie so vor einer schmerzhaften Versteifung.

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Entlastung erfuhr Frau Godbersen-Maack nicht nur durch Möbel, über das BEM konnte beim Integrationsamt auch eine Stelle für eine Hilfskraft im Labor bezuschusst werden.

Wie sieht sie nun, nach diesen Veränderungen das BEM?

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Thomas Beiers Leben wurde mehr als einmal auf den Kopf gestellt: Nach einem schweren Unfall in jungen Jahren drohte als Erwachsener ein schlimmer Hautausschlag seine Karriere zu beenden. Doch diesmal konnte ihm das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) helfen.

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Er begann zunächst eine Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker. Doch mit 17 Jahren hatte Thomas Beier einen Unfall, mit dem fast alles vorbei war:

Ein Traktor überrollte ihn, sein Becken war sechsfach gebrochen.



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Drei Monate lag er im Krankenhaus. Drei lange Monate, in denen er intensiv auf Hilfe und Unterstützung angewiesen war.

"Die Arbeit der Pflegekräfte hat mich schwer bewegt und begeistert", sagt Thomas Beier über die Zeit damals. So wurde er vom Patienten zum Pfleger.

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Die neue Arbeit machte ihm Spaß. Bereits zwei Jahre nachdem er angefangen hatte, konnte Thomas Beier die Stationsleitung übernehmen – eine Position, die er bis 2012 ganze 16 Jahre inne hatte.

Doch eine neue Krankheit machte ihn wieder zum Patienten.

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Thomas Beier bekam einen heftigen Hautausschlag an den Händen und im Gesicht. Er dokumentierte seine Krankheit in zahlreichen Fotos.

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Weil er immer häufiger ausfiel, nahm Thomas Beier von sich aus Kontakt zum Team des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) des Klinikums auf.

Was folgte, war ein zweiter Neuanfang.

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Dörte Saggau, zuständig für das Betriebliche Eingliederungsmanagement im Klinikum Bad Bramstedt

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Die Lösung war besser als jeder Besuch beim Arzt: Thomas Beier übernahm die Organisation der 20 bis 50 Auszubildenden in der Gesundheits- und Krankenpflege.

Dadurch war er nicht mehr jeden Tag den starken Reizmitteln ausgesetzt, die vermutlich den Ausschlag bei ihm verursachten.

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Das Klinikum Bad Bramstedt hat die Stelle neu geschaffen. Mit Hilfe der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) konnte eine Bezuschussung durch die Deutsche Rentenversicherung Bund beantragt werden.

Für Thomas Beier war die Zusammenarbeit mit der FAW aus einem speziellen Grund unvergesslich.

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"Es ist unbeschreiblich, weiterhin zum Team zu gehören und am Arbeitsleben teilzunehmen", sagt Thomas Beier heute über seine Erfahrung mit dem BEM.

Er freut sich darüber, heute junge Leute zu unterstützen, die in die Pflege gehen und sie dafür zu begeistern.

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Mika Fischer berät Arbeitgeber und Mitarbeiter beim Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM). Er weiß, was dabei wirklich wichtig ist.

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Seit 2004 gibt es die gesetzliche Vorgabe, dass Mitarbeiter, welche durch eine längere Krankheit ausfallen, wieder in den Betrieb integriert werden sollen.

Mika Fischer ist Projektleiter BEM bei der FAW in Hamburg. Ihm ist wichtig, jeden Einzelfall ganz genau zu betrachten.

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Bei der Beratung von Einzelfällen ist Mika Fischer das Vertrauen besonders wichtig: "Wir versuchen den Kreis so groß wie nötig und so klein wie möglich zu halten. Es geht um Glaubwürdigkeit und Datenschutz", sagt Mika Fischer.

Auf eine besondere Hürde trifft er in fast jedem Gespräch.

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Vier bis sechs Wochen nach den letzten Gesprächen fragt Mika Fischer bei Betroffenen jeweils noch einmal nach, ob alles gut gelaufen ist. Erst dann ist das BEM vollständig abgeschlossen.

Erfolg ist für ihn der Moment, in dem Maßnahmen und eine dauerhafte Lösung gefunden wurden. "Am meisten bereichert es mich, Menschen in schwierigen Situation zu unterstützen."

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