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Katharina nutzt ihre Chance

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Sie hat ein einnehmendes Wesen, ihr Lächeln bezaubert. Sie ist eine junge Frau, in deren Nähe man sich wohlfühlt, auch ohne sie zu kennen. Sie ist 21 Jahre alt, kommt aus Leipzig und heißt Katharina Coufal. Coufal wie Zufall. Wer sie erlebt, mag kaum glauben, eine junge Frau mit einer psychischen Störung vor sich zu haben. Aber so ist es.

Im Alter von 13 bis 14 Jahren hat Katharina Coufal eine Zwangsneurose entwickelt: Jede ihrer Handlungen muss sie kontrollieren. Das Kontrollierte muss abermals kontrolliert werden und so weiter, bis zum Exzess. Das lähmt. 

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In der Schule hat ihr der Kontrollzwang oftmals den Spott ihrer Mitschüler eingetragen. Mit vielen Aufgaben wurde sie im Unterricht nicht rechtzeitig fertig, weil die Kontrolle Zeit raubte. Trotzdem hat sie es geschafft, ihren Realschulabschluss mit „Gut“ zu bestehen.

Katharina Coufals Alltag ist ein Kampf. Das Ziel: Die Zwangsstörung soll den Alltag nicht beherrschen. Ein Kampf, den Katharina Coufal so ganz wohl nie gewinnen wird. Die größte Sorge: Wie mit dieser Krankheit im Leben bestehen?

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Katharina Coufal weiß, ohne Hilfe geht es nicht. Sie macht eine Therapie, muss vielleicht in eine Klinik.

Aber sie will ein „normales“ Leben führen und einen Beruf erlernen: Sie möchte Kauffrau im Einzelhandel werden.

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Ein aufgeschlossener Berater der Arbeitsagentur eröffnet ihr die Möglichkeit, im Beruflichen Trainingszentrum (BTZ) Plaueneine betreute Ausbildung zu machen - ein Hoffnungsschimmer. Doch die Skepsis bleibt. Sogar ihre Mutter sagt beim Vorstellungsgespräch im BTZ: „Sie werden sich wundern, und mir Katharina nach spätestens zwei Monaten wieder zurückschicken.“

Aber im BTZ kennt man das und lässt sich auf die 21-Jährige ein. Das Konzept im BTZ sieht vor, noch vor der Wissensvermittlung zunächst die persönliche und soziale Kompetenz zu stärken. Das gilt auch bei Katharina Coufal.

Sybille Unterdörfel, Stellvertretende BTZ-Leiterin, erinnert sich an die schwierige Anfangszeit. Die junge Auszubildende war sehr eigensinnig, manchmal sogar zickig und sie hat es nie geschafft, pünktlich im BTZ zu sein.

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Sybille Unterdörfel, Stellvertretende BTZ-Leiterin

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Das BTZ ist eigentlich eine ganz normale Einrichtung mit einer klassischen Vollausbildung, die mit einem regulären IHK Abschluss endet. Doch das BTZ ist auch besonders: Menschen mit psychischen Problemen stehen während der Ausbildungszeit zusätzlich Psychologen und Sozialpädagogen zur Seite. Jeden Tag. Die 21-Jährige nutzt ihre Chance: Sie beginnt hier eine Lehre zur Kauffrau im Einzelhandel.

Katharina Coufal ist eine Kämpferin. Alle sorgen dafür, dass sie nie alleine ist mit ihren Herausforderungen. Das Konzept der betreuten Ausbildung geht auf. So ist sie nach zwei Monaten immer noch im BTZ.

Gemeinsam mit dem engagierten Team des BTZ kommt Katharina Coufal ihrem Ausbildungsziel - nach drei Jahren den beruflichen Alltag ohne Einschränkungen meistern zu können - Schritt für Schritt näher. Bewähren muss sie sich allerdings auch in der Praxis.


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Katharina Coufal sucht sich einen Praktikumsbetrieb, einen Schuhladen. Im Praktikum überzeugt sie Filialleiterin Ramona Zöphel von P+P Schuhvertrieb mit ihrem Engagement, ihrer einnehmenden, offenen Art, aber vor allem durch ihren Umgang mit der Kundschaft. Auch ein Ergebnis der beständigen Arbeit an ihrer Sozialkompetenz im BTZ.

Ramona Zöphel ist am Ende so sehr von „ihrer“ Katharina begeistert, dass sich aus dem Praktikum eine berufliche Perspektive entwickelt.

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Ramona Zöphel, Filialleiterin P&P Shoes Plauen

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An ihren ersten Arbeitstag erinnert sich Katharina Coufal noch ganz genau: „Ja, den vergesse ich nie. Es kam gerade neue Ware an und ich habe sofort meine Aufgabe gefunden: Schuhe.“

Dabei hat sie zunächst keinem der Kollegen im Schuhgeschäft von ihrer psychischen Erkrankung erzählt. Aufgefallen ist nur ihre für andere befremdlich wirkende Korrektheit beim Sortieren der Ware. Eine neue Herausforderung für Katharina Coufal im Umgang mit ihrem Kontrollzwang.

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Sicherheit gab Katharina Coufal, dass sie sich jederzeit bei Problemen an ihre Psychologin, Sozialpädagogin oder ihre Ausbilderin im BTZ wenden konnte. Die Kollegen im Schuhladen waren begeistert von ihr als Arbeitnehmerin und Kollegin.

Katharina Coufal zeigt sich dankbar. Profitiert davon haben beide Seiten. „Vielleicht liegt es daran, dass Schuhe einfach meine Welt sind."

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Katharina Coufal

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Katharina Coufal ist stolz, ihren Arbeitsvertrag schon jetzt in der Tasche zu haben. Auch für das BTZ in Plauen ist das ein sehr schöner Erfolg. Denn der Weg von der fehlenden Ausbildungsreife bis hierher war lang und alles andere als immer leicht.

Aber das gemeinsame Ziel, dass sie den beruflichen Alltag bestehen wird, ist geschafft. 

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Sybille Unterdörfel, Stellvertretende BTZ-Leiterin

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Ganz allein wird Katharina Coufal auch in nächster Zeit nicht sein. Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung greift ein sechsmonatiges Nachbetreuungs-Programm. Wann immer sie Hilfe benötigt oder einmal an sich zweifelt, kann sie sich an die Mitarbeiter des BTZ wenden. „Das ist mir sehr wichtig, zu wissen, dass auch nach Ausbildungsende das BTZ noch für mich da ist“, sagt sie dazu. 

Mit dieser Gewissheit, dem Vertrauen in die eigene Stärke und ihren Mut ist Katharina Coufal angekommen - im Berufsleben und bei sich selbst. 

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Katharina Coufal

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Vielen Dank an:
Katharina Coufal
Ramona Zöphel, Filialleiterin Plauen P+P Schuhvertrieb
Sybille Unterdörfel, Stellv. Leiterin BTZ

Kamera: Jörg Marklein, Schnitt: Boris Piechocki
Text: Jörg Marklein
Fotos & redaktionelle Mitarbeit: Anne Schneemelcher
Umsetzung in Pageflow: Sonja Kaute

Berufliches Trainingszentrum (BTZ) Plauen der FAW
Straßberger Straße 27-29
08527 Plauen

Telefon: 03741 2099-14
Telefax: 03741 2099-60
Mail: btz-plauen@faw.de
 
Web: www.btz-plauen.de 

www.faw.de 
Impressum von www.faw.de 

Verantwortlich: Unternehmenskommunikation der FAW, Michael Rabenstein


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Kapitel 1 Katharina nutzt ihre Chance

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Kapitel 3 Mit Betreuung durch die Ausbildung

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Schuhkarton beschnitten 2
Kapitel 4 "Schuhe sind einfach meine Welt"

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Schuh

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Kapitel 5 Angekommen im Beruf und bei sich selbst

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