Zurück in den Job
Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)Zurück in den Job
Eine schwere Krankheit kann jeden aus der Bahn werfen. Die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) unterstützt das Klinikum Bad Bramstedt, wenn Mitarbeiter längere Zeit ausfallen. Drei Geschichten zeigen, wie der Weg aus der Krise gelingt.
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BEM kurz erklärt
BEM kurz erklärt
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Vollbild
Was ist BEM?
Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) verfolgt gemäß § 167 Abs. 2 SGB IX das Ziel, Mitarbeiter, die innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig waren, wieder nachhaltig in die Arbeitsorganisation zu integrieren. Im Rahmen des BEM geht es darum, mit dem Mitarbeiter und weiteren Beteiligten gemeinsam Wege zu finden, die Arbeitsunfähigkeit des Mitarbeiters zu überwinden, einer erneuten Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen und den Arbeitsplatz auf Dauer zu erhalten. Die Verantwortung für die Durchführung liegt beim Arbeitgeber.
Was sind die Herausforderungen im BEM?
Die Anforderungen an die Akteure im BEM sind hoch. Die Umsetzung stellt hohe Ansprüche in Bezug auf Rechtssicherheit und Datenschutz. Gleichzeitig setzen nachhaltige Lösungen fachliche Kompetenz, kommunikatives Geschick, ein aktives Netzwerk mit Kostenträgern und vor allem viel Vertrauen voraus.
Warum BEM mit der FAW?
Die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH ist als Bildungs- und Personaldienstleister in den Bereichen Gesundheit, Prävention und Rehabilitation spezialisiert auf die ordnungsgemäße Durchführung des BEM. Dazu gehören insbesondere die Beratung und Begleitung bei der Implementierung eines rechtssicheren und nachhaltigen BEM-Prozesses im Unternehmen, die Beratung und Begleitung bei der laufenden Umsetzung des BEM als auch die Umsetzung des Fallmanagements als externer Dienstleister.
Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) verfolgt gemäß § 167 Abs. 2 SGB IX das Ziel, Mitarbeiter, die innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig waren, wieder nachhaltig in die Arbeitsorganisation zu integrieren. Im Rahmen des BEM geht es darum, mit dem Mitarbeiter und weiteren Beteiligten gemeinsam Wege zu finden, die Arbeitsunfähigkeit des Mitarbeiters zu überwinden, einer erneuten Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen und den Arbeitsplatz auf Dauer zu erhalten. Die Verantwortung für die Durchführung liegt beim Arbeitgeber.
Was sind die Herausforderungen im BEM?
Die Anforderungen an die Akteure im BEM sind hoch. Die Umsetzung stellt hohe Ansprüche in Bezug auf Rechtssicherheit und Datenschutz. Gleichzeitig setzen nachhaltige Lösungen fachliche Kompetenz, kommunikatives Geschick, ein aktives Netzwerk mit Kostenträgern und vor allem viel Vertrauen voraus.
Warum BEM mit der FAW?
Die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH ist als Bildungs- und Personaldienstleister in den Bereichen Gesundheit, Prävention und Rehabilitation spezialisiert auf die ordnungsgemäße Durchführung des BEM. Dazu gehören insbesondere die Beratung und Begleitung bei der Implementierung eines rechtssicheren und nachhaltigen BEM-Prozesses im Unternehmen, die Beratung und Begleitung bei der laufenden Umsetzung des BEM als auch die Umsetzung des Fallmanagements als externer Dienstleister.
Anne Beretta: Hüfterkrankung
HüfterkrankungIrgendwann ging nichts mehr
Anne Beretta liebte den Sport. Doch als Gymnastiklehrerin wurde die körperliche Belastung irgendwann zu groß. Der zuständige FAW-Berater half ihr, einen Ausweg zu finden.
Leben in Bewegung
Sport war ihr Leben: Anne Beretta hat schon als Kind geturnt, Ballett getanzt und ist leidenschaftlich gerne geschwommen. Seit 1978 arbeitet sie im Gymnastik-Team des Klinikums Bad Bramstedt.
Täglicher Verschleiß
Mit den Jahren wurde ihr Job zur Belastungsprobe: Zur Wassergymnastik kam irgendwann das Nordic Walking hinzu. Anne Berettas Arbeitstage verdichteten sich immer mehr, die Pausen wurden weniger. Darauf reagierte ihr Körper.
Harter Schlag
Falsche Diagnose
Es folgten zwei Jahre, in denen ihr verschiedene Ärzte sagten, dass die Ursache ihres Leidens der Rücken sei. Die Patientin ging in die Reha. Zuerst fühlte sie sich besser. Doch dann waren die Schmerzen wieder da.
Später stellte sich heraus: Anne Beretta braucht ein neues Hüftgelenk.
Später stellte sich heraus: Anne Beretta braucht ein neues Hüftgelenk.
Hilfe durch BEM
Da sie bei der Arbeit mehr als sechs Wochen fehlte, bekam Anne Beretta einen Brief von der Verantwortlichen für das BEM des Klinikums. Sie ließ sich gerne beraten. „Ich wusste nicht mehr, was ich machen sollte. Immer krank nützt ja auch nichts.“
Der FAW-Berater über Frau Berettas Fall
Mika Fischer, Projektleiter Betriebliches Eingliederungsmanagement bei der FAW in Hamburg
Nachhaltige Lösung
Am Ende hat Anne Beretta mit Hilfe des BEM eine Lösung gefunden: Sie konnte ihre Stelle behalten, aber die Anzahl der Stunden wurde reduziert. Zudem erhielt sie eine Teilerwerbsminderungsrente und ihre Arbeitsaufgaben wurden angepasst.
Neben der FAW waren auch der Betriebsrat, die Abteilungsleitung und die BEM-Verantwortliche des Klinikums bei den Gesprächen mit Anne Beretta dabei.
Neben der FAW waren auch der Betriebsrat, die Abteilungsleitung und die BEM-Verantwortliche des Klinikums bei den Gesprächen mit Anne Beretta dabei.
Helfer in schwieriger Mission
BEM lohnt sich!
Mit ihrer neuen Arbeitssituation ist Anne Beretta zufrieden. Dank der FAW, dem BEM-Team und ihrem eigenen Willen konnte sie ein Stück Lebensfreude zurückgewinnen: „Jetzt habe ich keine Zukunftsangst mehr."
Birgit Godbersen: Bandscheibenvorfall
BandscheibenvorfallAufstehen statt aufgeben
Für ihre Analysen im Labor braucht Birgit Godbersen-Maack volle Konzentration. Doch seit Jahren quälen sie dabei starke Rückenschmerzen. Jetzt fand sie zusammen mit den Experten für Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) der FAW
eine Lösung.
Spurensuche mit dem Mikroskop
Spezialisiert auf Rheumatologie, sucht Birgit Godbersen-Maack seit 1983 im Blut der Patienten nach Hinweisen auf die Krankheit. "Man muss sehr viele Puzzleteile zusammensetzen, um eine Diagnose zu finden."
Sie mochte die Arbeit vom ersten Tag an: "Es ist viel Handarbeit gefragt“, sagt sie. Wenige Maschinen, viel Feinmotorik – aber auch viel Sitzen.
Sie mochte die Arbeit vom ersten Tag an: "Es ist viel Handarbeit gefragt“, sagt sie. Wenige Maschinen, viel Feinmotorik – aber auch viel Sitzen.
Im Takt der Reagenzgläser
Es ist eine sehr konzentrierte Arbeit – mehrere Untersuchungen laufen gleichzeitig. Die Tests dauern bis zu zwei oder drei Stunden und Frau Godbersen-Maack muss ihre Zeit gut einteilen. Den Zeitdruck mit der Uhr und Terminen hat sie seit 30 Jahren, sie kennt es nicht anders.
„Ich bin es gewohnt, strategisch zu arbeiten. So bin ich auch meine Erkrankung angegangen."
„Ich bin es gewohnt, strategisch zu arbeiten. So bin ich auch meine Erkrankung angegangen."
Wenn der Rücken streikt
Komisches Gefühl
Da sie häufig fehlte, bekam Birgit Godbersen-Maack Post von der Verantwortlichen für BEM. Ihre erste Reaktion: "Jetzt wollen die an meinen Arbeitsplatz", erinnert sie sich.
Die zuständige Mitarbeiterin des BEM-Teams konnte sie dann aber vom Gegenteil überzeugen. Im persönlichen Gespräch schöpfte Frau Godbersen-Maack Vertrauen und ließ sich den genauen Ablauf erklären.
Die zuständige Mitarbeiterin des BEM-Teams konnte sie dann aber vom Gegenteil überzeugen. Im persönlichen Gespräch schöpfte Frau Godbersen-Maack Vertrauen und ließ sich den genauen Ablauf erklären.
Rückhalt durch die Klinik
Dörte Saggau, zuständig für das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) im Klinikum Bad Bramstedt
Einfache Lösung, große Wirkung
Frau Godbersen-Maack hat das BEM angenommen. Als erste Maßnahme bekam sie einen elektronisch höhenverstellbaren Tisch, der sich genau auf ihre Bedürfnisse anpassen lässt.
Zudem gibt es jetzt zwei Schwingstühle im Labor. Auch wenn einige Kollegen das anfangs für keine gute Idee hielten.
Zudem gibt es jetzt zwei Schwingstühle im Labor. Auch wenn einige Kollegen das anfangs für keine gute Idee hielten.
Ungewohnt, aber gesund
Die Stühle waren für alle im Büro ein Gewöhnungsprozess: "Um Gottes Willen, das geht gar nicht", tönte es meistens, wenn sich jemand zum ersten Mal drauf gesetzt hatte.
Doch Birgit Godbersen-Maacks Schmerzen haben inzwischen spürbar abgenommen. Die Schwingstühle halten mit einer großen Feder ihre Wirbelsäule konstant in Bewegung und bewahren sie so vor einer schmerzhaften Versteifung.
Doch Birgit Godbersen-Maacks Schmerzen haben inzwischen spürbar abgenommen. Die Schwingstühle halten mit einer großen Feder ihre Wirbelsäule konstant in Bewegung und bewahren sie so vor einer schmerzhaften Versteifung.
Hilfe auf verschiedenen Wegen
Entlastung erfuhr Frau Godbersen-Maack nicht nur durch Möbel, über das BEM konnte beim Integrationsamt auch eine Stelle für eine Hilfskraft im Labor bezuschusst werden.
Wie sieht sie nun, nach diesen Veränderungen das BEM?
Wie sieht sie nun, nach diesen Veränderungen das BEM?
Wertvolle Unterstützung
Thomas Beier: Hautkrankheit
HautkrankheitDie Angst, vor dem Nichts zu stehen
Thomas Beiers Leben wurde mehr als einmal auf den Kopf gestellt: Nach einem schweren Unfall in jungen Jahren drohte als Erwachsener ein schlimmer Hautausschlag seine Karriere zu beenden. Doch diesmal konnte ihm das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) helfen.
Ende der Jugend
Er begann zunächst eine Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker. Doch mit 17 Jahren hatte Thomas Beier einen Unfall, mit dem fast alles vorbei war:
Ein Traktor überrollte ihn, sein Becken war sechsfach gebrochen.
Ein Traktor überrollte ihn, sein Becken war sechsfach gebrochen.
Patient wird Pfleger
Drei Monate lag er im Krankenhaus. Drei lange Monate, in denen er intensiv auf Hilfe und Unterstützung angewiesen war.
"Die Arbeit der Pflegekräfte hat mich schwer bewegt und begeistert", sagt Thomas Beier über die Zeit damals. So wurde er vom Patienten zum Pfleger.
"Die Arbeit der Pflegekräfte hat mich schwer bewegt und begeistert", sagt Thomas Beier über die Zeit damals. So wurde er vom Patienten zum Pfleger.
Rasanter Aufstieg
Die neue Arbeit machte ihm Spaß. Bereits zwei Jahre nachdem er angefangen hatte, konnte Thomas Beier die Stationsleitung übernehmen – eine Position, die er bis 2012 ganze 16 Jahre inne hatte.
Doch eine neue Krankheit machte ihn wieder zum Patienten.
Doch eine neue Krankheit machte ihn wieder zum Patienten.
Karriereknick
Thomas Beier bekam einen heftigen Hautausschlag an den Händen und im Gesicht. Er dokumentierte seine Krankheit in zahlreichen Fotos.
Wie es sich anfühlte
Und nun?
Weil er immer häufiger ausfiel, nahm Thomas Beier von sich aus Kontakt zum Team des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) des Klinikums auf.
Was folgte, war ein zweiter Neuanfang.
Was folgte, war ein zweiter Neuanfang.
Was das BEM bewirkte
Dörte Saggau, zuständig für das Betriebliche Eingliederungsmanagement im Klinikum Bad Bramstedt
Ein Ergebnis für alle
Die Lösung war besser als jeder Besuch beim Arzt: Thomas Beier übernahm die Organisation der 20 bis 50 Auszubildenden in der Gesundheits- und Krankenpflege.
Dadurch war er nicht mehr jeden Tag den starken Reizmitteln ausgesetzt, die vermutlich den Ausschlag bei ihm verursachten.
Dadurch war er nicht mehr jeden Tag den starken Reizmitteln ausgesetzt, die vermutlich den Ausschlag bei ihm verursachten.
Verlässlicher Partner
Das Klinikum Bad Bramstedt hat die Stelle neu geschaffen. Mit Hilfe der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) konnte eine Bezuschussung durch die Deutsche Rentenversicherung Bund beantragt werden.
Für Thomas Beier war die Zusammenarbeit mit der FAW aus einem speziellen Grund unvergesslich.
Für Thomas Beier war die Zusammenarbeit mit der FAW aus einem speziellen Grund unvergesslich.
Persönliche Betreuung
Danke!
"Es ist unbeschreiblich, weiterhin zum Team zu gehören und am Arbeitsleben teilzunehmen", sagt Thomas Beier heute über seine Erfahrung mit dem BEM.
Er freut sich darüber, heute junge Leute zu unterstützen, die in die Pflege gehen und sie dafür zu begeistern.
Er freut sich darüber, heute junge Leute zu unterstützen, die in die Pflege gehen und sie dafür zu begeistern.
Wie die FAW hilft
FAW-BeraterSchritt für Schritt gemeinsam
Mika Fischer berät Arbeitgeber und Mitarbeiter beim Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM). Er weiß, was dabei wirklich wichtig ist.
Es kann jeden treffen
Seit 2004 gibt es die gesetzliche Vorgabe, dass Mitarbeiter, welche durch eine längere Krankheit ausfallen, wieder in den Betrieb integriert werden sollen.
Mika Fischer ist Projektleiter BEM bei der FAW in Hamburg. Ihm ist wichtig, jeden Einzelfall ganz genau zu betrachten.
Mika Fischer ist Projektleiter BEM bei der FAW in Hamburg. Ihm ist wichtig, jeden Einzelfall ganz genau zu betrachten.
Lotse durch das System
Neutraler Vermittler
Bei der Beratung von Einzelfällen ist Mika Fischer das Vertrauen besonders wichtig: "Wir versuchen den Kreis so groß wie nötig und so klein wie möglich zu halten. Es geht um Glaubwürdigkeit und Datenschutz", sagt Mika Fischer.
Auf eine besondere Hürde trifft er in fast jedem Gespräch.
Auf eine besondere Hürde trifft er in fast jedem Gespräch.
Ständiger Begleiter
Erfolgreich eingegliedert
Vier bis sechs Wochen nach den letzten Gesprächen fragt Mika Fischer bei Betroffenen jeweils noch einmal nach, ob alles gut gelaufen ist. Erst dann ist das BEM vollständig abgeschlossen.
Erfolg ist für ihn der Moment, in dem Maßnahmen und eine dauerhafte Lösung gefunden wurden. "Am meisten bereichert es mich, Menschen in schwierigen Situation zu unterstützen."
Erfolg ist für ihn der Moment, in dem Maßnahmen und eine dauerhafte Lösung gefunden wurden. "Am meisten bereichert es mich, Menschen in schwierigen Situation zu unterstützen."
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